Die Geschichte des Villacher SV

 

Wir bedauern daß in der folgenden Dokumentation dargestellte Geschichte unseres Vereines lückenhaft ist – lückenhaft sein muß.......vor allem Namen konnten nur zum Teil angeführt werden. Ein Großteil des Vereins-Archivmaterials wurde in den Kriegsjahren von 1939 – 1945 zerstört oder gingen verloren. Die folgenden Ausführungen basieren teils auf Schriftresten, teils auf die Erinnerungen einzelner Mitglieder und Aktiven. Vielleicht bewirken folgende Zeitgeschichte daß wir von den einem oder anderem Sportfreund Ergänzungen erfahren, die wir dann in diesem Forum nachträglich einbauen können.Besonders aber bitten wir, uns nicht böse zu sein, wenn der eine oder andere Sportfreund übersehen wurde oder namentlich nicht genannt wurde – es geschah nicht mit unserer Absicht!

Die Anfänge des Fußballspieles!

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Ende des 19. Jahrhundert begann von England aus die Verbreitung des Fußballsportes über die ganze Welt. Das Fußballspiel an sich ist uralt – angeblich soll es der legendäre Kaiser von China, Huang Ti, um 2500 v. Chr. erfunden haben.
Auch die verschiedesten Naturvölker (Eskimos, Indianer, Südseeinsulaner, afrikanische und asiatische Völker) haben schon Fußball gespielt, als sie von den ersten Europäern entdeckt wurden. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Fussballspielen in England, Frankreich und Italien urkundlich belegt.
Aus dem ursprünglichen "Balltreten". das mit unterschiedlicher Anzahl von Spielern betrieben wurde, entwickelte sich allmählich der Volkssport Nr. 1 mit den heutigen Regeln.
Der älteste Fußballverband ist die englische Football Association – wurde 1863 in London gegründet. Das erste Fußball-Länderspiel fand 1872 zwischen England und Schottland (0:0) statt. Der englische Internationale W. Widdowson spielte 1864 erstmals mit Schienbeinschützern. 1878 fand bei einem Match zum ersten Male eine Schiedsrichterpfeife Verwendung und im Jänner 1891 wurde das erste Spiel mit Tornetzen ausgetragen. Junge englische Kaufleute und Studenten brachten den Fußballsport auf den Kontinent. Sie wollten in der Fremde ihren geliebten Sport nicht missen und fanden bald interessierte Zuschauer und Mitspieler.
In der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde erstmals 1887 in Prag Fußball gespielt. In Wien waren es die englischen Gärtner des Baron Rothschild, die zuerst nach einem Ball mit den Füßen traten. Der älteste angemeldete Wiener Verein ist die Vienna, die sich 1894, genau einen Tag vor den Cricketern, im Vereinsregister eintragen ließ.

Doch auch in Villach begannen die Anfänge des Fußballsportes schon vor der offiziellen Vereinsanmeldung. Im Jahre 1920 war es dann soweit und die Vereinsgründung mit dem Namen VSV – Villacher Sportverein wurde gegründet.

Der Anfang des Kärntner Fussballverbandes!

Das Jahr 1920 brachte auch für das Kärntnerland die Möglichkeit, fußballsportlich auf breiterer Basis tätig sein zu können. Gegenüber den anderen Bundesländers war Kärnten zeitlich in der Entwicklung schwer im Nachteil, waren doch gerade hier die Verhältnisse bis zur Durchführung der Volksabstimmung über die strittigen Gebiete Südkärntens ungeklärt. Die Bewohner Südkärntens, mit Einschluß der Landeshauptstadt Klagenfurt, bangten um den Verbleib bei Österreich. Die Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 hat den für Kärnten so wichtigen Entscheid gebracht, wodurch das Land ungeteilt erhalten blieb, die Zeit der Hemmnisse für freie Entwicklung nach jeder Richtung überwunden war.

Angeregt durch die Verbandsgründung in den übrigen Bundesländern, wurde auch in Kärnten der Wunsch laut, einen eigenen Verband zu gründen und sich vom damals bestehenden "Alpenländischen Fußballverband" in Graz zu lösen. Inzwischen hatten sich den in Klagenfurt bestehenden Vereinen auch jene in V I L L A C H und Lienz gegründeten Vereine zugesellt. Mit dieser Verstärkung war eine Basis zur Verbandsgründung geschaffen. Am 12. November 1920 fanden sich Vereinsvertreter zu einer Besprechung zusammen, bei welcher die Gründung des Kärntner Fußballverbandes beschlossen wurde. An dieser Versammlung nachmen folgende Vereine teil: Klagenfurter Athletiksport-Club, Amateursport-Club Klagenfurt, Klagenfurter Turnverein, Villacher Sportverein, Kaumännischer Sportklub Klagenfurt und  Sportklub Vorwärts Klagenfurt. Da man sich bei dieser Versammlung über die Zusammensetzung des Verbandsvorstandes nicht einigen konnte, wurde eine weitere Versammlung für den 2. Jänner 1921 anberaumt. Der in dieser Versammlung gewählte Vostand setzte sich wie folgt zusammen: Ing. Rudolf Höllerl (KAC), Insp. Hans Lehmann (Amateure SK), E. Taussnig (Kaufm. SK), Franz Sorz (Amateure SK), Hugo Hauser (KAC), Gustav Bauer (VSV), Major Meilling (Mit. SK), Dr. F. Lakomy (KTV), Georg Wenig (Meldereferent), W. Eschenauer, E. Pogatschnig und N. Petesnik.

Im ersten Verbandsjahr 1921 wurde eine Frühjahrsmeisterschaft ausgetragen an der folgende Mannschaften teilnahmen:  KAC II, VSV, KSK, Amateure, Lienzer SK, KTV und Vorwärts Klagenfurt. Als Sieger ging aus diesem Bewerb die zweite Mannschaft des KAC hervor.

Auch Länderspiele wurden im ersten Verbandsjahr ausgetragen, Gegner der Kärntner Mannschaft waren die Steiermark, Tirol und Salzburg wobei die Kärntner Mannschaft 3 Siege (STMK,TIR 2x) feierte und 2 Niederlagen (STMK, SBG) bezog.

Gründungszeit des VSV

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Den Anstoß zur Gründung eines Fußballvereines in Villach gab die, in den Jahren 1919/1920 hier stationierte italienische Besatzungsgarnison. Diese war am heutigen Seebacher Gelände stationiert und hatte zur Ausübung der bei den Italienern so beliebten Sportart auf der Napoleonwiese einen provisorischen Fußballplatz errichtet, auf dem es bald auch der Villacher Bevölkerung erlaubt war dem Ball nachzujagen.

Im Herbst 1919 kam es schließlich zu ersten Vergleichskämpfen, damals als Propagandaspiele bezeichnet, zwischen italienischen Soldatenmannschaften und der vor allem jungen männlichen Bevölkerung Villachs.

Zu Beginn wurde der Fußballsport von der Mehrheit der Villacher noch belächelt und als roh bezeichnet, doch das Interesse der jungen Burschen war mittlereweile derart groß geworden, daß man daran dachte einen eigenen Verein zu gründen. Am 12. Mai 1920 wurde im damaligen "Cafe Drau" eine Gründerversammlung abgehalten und der Villacher Sportverein (Villacher SV) mit den Vereinsfarben Blau-Weiß offiziell gegründet. Mit der Vereinsgründung wurde auch die Gründungsmannschaft mit den Spielern: Bauer, Manesi, Gregoritsch, Fisch, Popp, Geiger, Ringer, Guth, Berger, Richter, Pratnecker, Perkonig, Kober, Beck und Nehammer aus der Taufe gehoben. Dere Villacher SV war damit der erste Fußballverein in Oberkärnten. Noch im August des selben Jahres trug der Verein auf dem Seebacher Reitschulgelände ein Spiel gegen eine italienische Militärmannschaft aus. Wurden die Villacher Sportler zu Beginn nur von einigen zufällig vorbeikommenden Ausflüglern beobachtet, kamen zu diesem Vergleichskampf bereits 1.500 Zuseher.

Seinen ersten großen Erfolg feierte der Villacher SV mit dem Gewinn des Landesmeistertitels in der 1. Kärntner Klasse, der damals höchsten Spielstufe im Kärntner Fußballgeschehen. Die Gegner in diesem denkwürdigem Jahr hießen Klagenfurter SV, Klagenfurter AC, Amateure SK Klagenfurt und Deutscher SK Villach. Im Kärntner "10. Oktober-Pokal" schieden die Blau-Weißen jedoch schon in der ersten Runde gegen den Klagenfurter AC aus. 1925 erreichten die Villacher dann das Finale im 10. Oktober-Pokal und spielten wieder gegen den Klagenfurter AC. Der Ausgang dieses Finalspieles ist heute leider nicht mehr bekannt. 1927 wurde die Entscheidung um den Kärntner Landesmeister in einem Finalspiel ermittelt, daß der Villacher SV gegen den Klagenfurter SV bestritt – auch dieses Ergebnis ist nicht bekannt. 1931 unterlag der Verein im Semifinale des Pokals dem SK Austria Klagenfurt knapp mit 0:1 – ebenfalls an der Klagenfurter Austria scheiterte der Villacher SV im Finale des 10. Oktober-Pokals von 1935. Nachdem das Heimspiel mit 2:1 gewonnen wurde, kam es beim Rückspiel beim Stand von 0:1 zu einem Spielabbruch. Das Wiederholungsspiel gewannen die Klagenfurter klar mit 5:1.

Kriegszeit 1939 - 1945

mannschaft_1925Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich kam es auch zu einer Neueinteilung des österreichischen (ostmärkischen) Fußballgeschehens. Aus den neu eingerichteten Bezirksklassen (2. Leistungsstufe) konnten sich ermals auch Bundesländervereine für die höchste ostmärkische Liga qualifizieren. Der Villacher Sportverein spielte in der Bezirksklasse Süd gegen Vereine aus Kärnten und der Steiermark und belegte den sehr guten vierten Platz- In der Folgesaison 1939/1940 spielten die beiden Bundesländer ihre Meister wieder in getrennten Ligen aus. Der Villacher SV eroberte, wie auch in den folgenden Jahren 1941, 1942 und 1943 den Meistertitel in der 1. Kärntner Klasse, unterlag jedoch im Spiel um den Steirisch/Kärntner Gesamtmeister dem Grazer SC. In der Aufstiegsrunde zur Gauliga Donau-Alpenland scheiterte der VSV 1943 mit null Punkten aus vier Spielen deutlich an den Vereinen LSV Markersdorf an der Pielach und dem Kapfenberger SC.

Nachkriegszeit

Nachdem die Meisterschaft von 1944/1945 nicht ausgespielt wurde, folgte 1945/1946 wieder die Neueinführung der 1. Kärntner Liga als regional mannschaft_1941höchste (Kärntner) Spielklasse. In der Saison 1947/1948 sicherte sich der Villacher Sportverein den als Nachfolger des 10. Oktober-Pokals neu eingeführten Kärntner Landescup mit einem 3:1 Finalerfolg gegen den Stadtkonkurrenten ESV Villach. Inder Saison 1948/1949 stellten die neu gegründeten Landesligen nach Einführung der Staatsliga A die zweite Spielstufe in Österreich dar. Es war den Bundesländervereinen nunmehr endfültig möglich in die bundesweite österreichische Liga aufzusteigen. Der Villacher SV beendetedie Saison an zweiter Stelle der Kärntner Landesliga und qualifizierte sich damit für die ab der Saison 1949/1950 eingerichtete zweitklassige Tauernliga, die die besten Vereine Kärntens und Salzburgs umfasste. Nach dem Titelgewinn in dieser Klasse scheiterten die Villacher in der Aufstiegsrunde zur Staatsliga A am Linzer ASK und PSV Innsbruck. 1955/1956 spielten die Kärntner Vereine in der Regionalliga Mitte. 1973 gingen mannschaft_1946die Villacher eine Spielgemeinschaft mit der WSG Radenthein ein und erspielten als WSG Radenthein/VSV den 15. Rang, der für den Klassenerhalt gereicht hätte, wäre nicht die große Bundesligareform durchgeführt worden. An der Bundesliga durften nur 10 ausgesuchte Vereine teilnehmen. Die Nationalliga wurde eine Saison lang als zweite Leistungsstufe (mitWSG Radenthein/VSV) weitergeführt und dann durch die Bundesliga – 2. Division abgelöst. Die Speilgemeinschaft wurde am Ende der Saison 1974/1975 wieder gelöst, der Villacher SV übernahm den Ligaplatz in der Bundesliga – 2. Division. Nach dem Abstieg 1983 spielte der VSV 2 Jahre in der Kärntner Landesliga und kehrte in der Saison 1985/1986 für ein Spieljahr in die zweite Bundesliga zurück. Dort mußte der Verein im Frühjahr im Abstiegs-Play-Off um den Klassenerhalt kämpfen, was jedoch nicht gelang.

 

 

1. Klasse Kärnten: 1923 - 1938 (abgebrochen) und 1940 - 1948
Bezirksklasse Süd: 1939
Landesliga Kärnten: 1949, 1960 - 1962, 1965, 1967 - 1970, 1984 - 1985, 1987 - 1994
Tauernliga: 1956 - 1959
Tauernliga Süd: 1956 - 1959
Regionalliga Mitte 1: 1963 - 1964, 1966, 1971 - 1973
Regionalliga Mitte 2: 1995 - 1997
Nationalliga: 1974 und 1975 als WSG Radenthein/VSV
Bundesliga 2. Division: 1976 - 1983 und 1986

Erfolge des Villacher SV:

Kärntner Landesmeister: 1923, 1940 - 1943, 1946
Sieger 10. Okt.-Pokal: 1922, 1925 (ev. Sieger), 1935
Sieger Kärntner Landespokal: 1946 - 1948
Finale Kärntner Landespokal: 1924
Tauernligameister: 1950
Meister Kärntner Landesliga: 1962, 1965, 1970, 1985, 2010
Saison 2011/2012
Saison 2012/2013
Saison 2013/2014